Baltikum

Am wilden Peipussee

Am wilden Peipussee – so hiess eine Doku der ARD, welche wir im Vorfeld unserer Reise gesehen haben. Nun haben wir uns selber auf den Weg gemacht. Wild… naja, wild war da nix. Ausser Sonjas Haare, morgens, nach einer Nacht im Schlafsack.
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Der Peipussee (estnisch Peipsi-Pihkva järv; russisch Псковско-Чудское озеро oder Чудско-Псковское озеро, Pskowsko-Tschudskoje osero oder Tschudsko-Pskowskoje osero, „Pskower-und-Tschuden-See“) ist ein zwischen Estland und Russland gelegenes Binnengewässer. Mit 3555 km² ist er ungefähr siebenmal so groß wie der Bodensee und steht unter den größten Seen Europas an fünfter Stelle – nach dem Ladoga- und dem Onegasee in Russland sowie dem schwedischen Vänern und dem finnischen Saimaa. [wikipedia.de]
Der See ist so riesig, dass man das andere Ufer nicht sehen kann und man glaubt an der Küste eines Meeres zu stehen; hat er jedoch nur eine durchschnittliche Tiefe von gerade einmal 7 Meter.

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Nun soll man denken an einem solch touristischen Highligt gibt es eine Infrastruktur vom feinsten. Fehlanzeige! Einerseits gut, wenn man jedoch einen Zeltplatz sucht und tatsächlich keinen findet, kommt man ins grübeln. Dann war da einer, wild romantisch, mitten im Wald. Nachteil: Nein, von vorne. Als wir diesen inspizierten,kam mir wieder Borat in den Sinn! Ein Scheissloch! Mitten im Wald! Und dann auch noch sehr gesellig! Übersetzt heisst das ein Dreierklo ohne Trennwände. Wie im alten Rom. Wir fahren also lieber weiter.

Und siehe da, als wir schon fast die Hoffnung aufgegeben hatten, haben wir doch noch ein Plätzchen gefunden, wie im Bilderbuch. Sollte sich jemals jemand hierher verirren so sei ihm folgendes Plätzchen empfohlen:

Päevatalu

Ein toller Platz auf dem wir fast allein waren. Direkt am See. Der Besitzer ist sehr freundlich und ist sogar mit uns einkaufen gefahren. Dazu spricht er sogar Deutsch und das wesentlich besser als wir estnisch… Von ihm erfahren wir auch – während einer spontanen Exkursion mit seinem Auto – einiges über die hier lebenden Menschen, wie etwa die altgläubigen Russen, welche vom damaligen Zaren vertrieben, hier eine neue Heimat fanden. Man erkennt ihre Häuser daran, dass sie in Längsrichtung zum See gebaut sind. Die der Esten hingegen stehen quer zum See.
Er klärt uns auch auf, das – sollten wir weiter als 1 Kilometer mit seinem Boot hinusrudern wollen – eine Genehmigung des Grenzschutzes benötigten. So ein Äger. Wir rudern also nicht raus, sondern lassen uns von Alvar Virula am Ortsschild von Mustvee fotografieren…

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Bei der Abfahrt am nächsten Tag gibt es noch ein Abschiedsfoto:
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Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass – wenn man ab Mustvee weiter südlich am See entlang fährt – noch einige schöne Privatplätze zu finden sind.
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Desweiteren hat sich unserer Vermutung erhärtet! Fakt ist, hier gibt es hunderte Störche. Kein einziger hatte ein Baby bei sich! Wir wurden Jahrhunderte lang betrogen!

 

Erkenntnis des Tages: Fliegenleichen auf der Kameralinse ergeben doofe Fotos..

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